EYEHATEGOD – die Sludge-Metal-Urgewalt aus New Orleans. Seit 1988 liefert die Band den Beweis, dass Musik auch ohne Hochglanz funktioniert. Ihre Shows sind eine ehrliche Breitseite aus Doom, Sludge, Hardcore und einer Prise Punk. Wer auf saubere Bühnen steht, sollte lieber woanders hin. Wer auf Ecken, Kanten und echte Vibes steht: Willkommen bei EYEHATEGOD!

Drei Jahre nach ihrem mächtigen Longplayer-Einstand „Akarano“ kommen die Freiburger von A GHOST IN RAGS mit ihrem zweiten Album „Solfatara“ zurück. Zurück auch ins ArTik!

Harald schrieb zum neuen Album die Rezension für das Legacy:

Das Quartett hat sich primär dem sphärischen Sludge/Doom verschrieben, der durchweg instrumental dargeboten wird. Doch die Geschichten von A GHOST IN RAGS erzählen sich auf andere, vielleicht eindrücklichere Weise, als es mit Gesang je möglich wäre. Der rote Faden, der sich durch „Solfatara“ zieht, ist ein höchstinteressanter Ansatz. Die fünf Songs sind allesamt nach Orten bzw. Umgebungen auf der Erde benannt, die für den Menschen unwirtlich sind, also an denen der Mensch im Grunde nicht existieren kann. Eine unheimliche wie gleichermaßen tröstliche Vorstellung, dass es auf dem geschundenen Erdball noch Nicht-Lebensräume für uns gibt, die weder beherrscht noch belebt werden können. Der Albumtitel und Titelsong ´Solfatara´ ist das alte Wort für Schwefelerde. Und so heißt ein Vulkan auf den phlegräischen Feldern bei Neapel, der in der Mythologie den Eingang zur Unterwelt bildet. In rund fünfzehn Minuten durchleben wir mit A GHOST IN RAGS einen melancholischen Trip, der mit einem tonnenschweren, lavazähen Groove eingestimmt wird, bevor die weitere Reise durch etliche Wendungen bestimmt wird. Abwartende, ruhige Momente gehen spannungsgeladen in einen wuchtigen Drive über, der sich wiederum zu einem dramatischen Höhepunkt aus Verträumtheit und Melancholie zu seinem großen Finale steigert. Von der Pforten der Unterwelt geht es mit ´Lut´ in die heißeste Wüste der Erde. Der fiebrige Traum suggeriert Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit, Illusionen und Wahnsinn. Wasser wäre so erlösend, doch mit ´Sargasso´  handelt es sich um ein Meer ohne Ufer, wir ertrinken oder verdursten also. Die sanfte Instrumentierung der dritten Nummer täuscht darüber hinweg, dass wir diesem tragischen Schicksal nicht entrinnen können. ´Plaine Morte´ ist ein Gletscher in der Schweiz, gar nicht weit von der Heimat der Freiburger entfernt. Es wird angenommen, dass der Gletscher zum Ende des 21. Jahrhunderts weitgehend verschwunden sein wird. Episch instrumentiert führen uns A GHOST IN RAGS ein dystopisches Bild unserer Zukunft vor Augen. Fehlt noch ´Silfra´, eine Erdspalte in Island. Entstanden ist die Spalte durch das Auseinanderdriften der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatten. Auch in dem finalen Zehnminüter geht es der Band nicht nur darum, das lebensfeindliche Element zu zeichnen, sondern auch das Fragile und Schöne aufzuzeigen, das diesen beschriebenen Orten innewohnt. Diese Mission ist den Südbadenern mehr als eindrücklich gelungen und die Absenz von Stimme war selten so wohltuend, wie in diesem Fall. Ein mächtiges Album, das gehört werden muss.

 

Und SELFISH HATE? Ja, Selfish Hate sind sowas wie das Freiburger Aushängeschild für Oldschool Hardcore, frei nach dem Motto: „Hier wird das Rad nicht neu erfunden und es besteht auch absolut kein Interesse daran.“ Das ist die kompromisslose Kante, die diesen Abend perfekt abrundet.

 

Doors: 20 Uhr

Beginn: 21 Uhr

Tickets bekommt ihr hier: https://www.eventim-light.com/de/a/5c9b93761eb12100019af58a/e/69f4ca816f158d3637e3eea1