Im vergangenen Jahr feierte das ONSLAUGHT-Debüt „Power From Hell“ sein vierzigjähriges Jubiläum und damit ein wegweisendes Album, welches wirklich in JEDER halbwegs ernstzunehmenden Thrash Metal-Sammlung stehen sollte. Um die frühen Jahre ihrer Karriere angemessen zu feiern, haben sich die Briten allerdings etwas ganz Besonderes einfallen lassen mit dem ebenfalls im letzten Jahr erschienenen Doppelalbum „Origins Of Aggression“. Zu diesem Anlass hatte ArTik-Geschäftsführer Harald den Gitarristen, Bandleader und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Nige Rockett für das Legacy interviewt, dies soll an dieser Stelle und als Appetizer für die Show im ArTik wiedergegeben werden:

Nige konnte es kaum fassen, wo die ganze verdammte Zeit hin ist. „Es ist absolut wahnsinnig wenn ich daran denke, wohin all die Jahre verschwunden sind! Ich erinnere mich noch ganz genau an Dinge von damals, es kommt mir vor wie gestern.“ Um diese Erinnerung wach zu halten, haben sich ONSLAUGHT dazu entschieden, eine Auswahl alter Songs nochmals komplett neu aufzunehmen, wie das z.B. Testament mit der „First Strike Still Deadly“ getan haben. Aber gerade was Neuaufnahmen anbelangt, gehen die Meinungen der Fans gerne mal sehr weit auseinander, was u.a. Anthrax, Exodus oder die erwähnten Testament mit ihren Neuinterpretationen/Versionen bereits erfahren haben. Was war für Nige und seine Jungs der zündende Funke, sich an das „Heiligtum des Originals“ zu wagen? „Ursprünglich dachten wir daran, das „Power From Hell“-Album neu aufzunehmen, wie es viele Bands mit ihrem frühen Material tun, aber nach vielen tiefgehenden Diskussionen entschieden wir uns dazu, dass wir etwas völlig anderes machen sollten, das für die Fans viel interessanter sein könnte. Das Konzept besteht darin, die Geschichte von ONSLAUGHT vom ersten Tag bis 1989 zu erzählen und dabei alle Bands und wichtigen Songs hervorzuheben, die einen großen Einfluss darauf hatten, dass ONSLAUGHT zu dem gemacht hat, was wir in diesen frühen Jahren wurden.“ Dazu gehören auch die 1 ½ Minüter ´Thermonuclear Devastation´ und ´Black Horse Of Famine´ vom allerersten Demo von 1983. „Es war sehr wichtig, die allerersten zwei Songs, die ich für ONSLAUGHT geschrieben habe, aufzunehmen, da sie der Katalysator für alles, was danach kam, waren. Es war dann ein ziemlich einfacher Prozess, die stärksten Tracks von jedem der ersten drei Alben aufzunehmen. Eine Art „Best Of Onslaught 1982 – 1989“ . Die Tracks von der „In Search Of Sanity“ waren besonders aufregend neu aufzunehmen, da dieses Album nie heavy oder aggressiv genug war für meinen Geschmack. Deshalb war es so gut und wohltuend, sie in der jetzigen Version zu hören und sie klingen nun tatsächlich wie ONSLAUGHT nach all den Jahren.“

Hat die Band hierbei auch in Betracht gezogen, was die Wahl der Fans hier gewesen wäre, oder ging es in erster Linie darum, was sie heutzutage wiederbeleben wollten oder konnten? „Die Gedanken der Fans sind natürlich immer in unseren Köpfen, wenn wir eine Veröffentlichung machen. Alles was wir tun ist für sie, denn ohne die Fans gäbe es kein ONSLAUGHT. Wir haben im Laufe der Jahre, in denen wir live gespielt haben, herausgefunden, welche Songs aus unserem Backkatalog am beliebtesten sind, also waren die Entscheidungen nicht so schwer. Halte deine Fans bei Laune und du wirst Erfolg haben.“ Aber hat sich Nige bei den Neuaufnahmen auch mal gedacht: Oh Scheiße, das ist total unterbewertet, das sollten wir unbedingt wieder in die aktuelle Setlist integrieren? „Die Auswahl einer Setlist ist immer ein Alptraum, wenn man versucht, ein ausgewogenes Set zu liefern, das dem Publikum gefällt. Wir haben jetzt eine feste Show, aber wir werden immer mal wieder den einen oder anderen anderen Song einbauen, um die Dinge zu variieren.  Ich denke, es ist gut möglich, dass ´Death Metal´ und ´In Search Of Sanity´ in Zukunft neu aufgenommen werden ins Set, beide haben viel Energie und würden live sehr gut funktionieren.“ Auf der zweiten CD haben die Jungs eine Menge Coverversionen von Songs aufgenommen, die den Weg von ONSLAUGHT maßgeblich geprägt haben. Auffällig dabei ist, dass es sich bei der Auswahl vor allem britische Bands handelt, die hier als Referenzen ins Spiel gebracht wurden. „Alle großen Einflüsse sind dort zu finden, sehr spezielle Songs, die sehr inspirierend für uns waren. Ich denke, da wir in Großbritannien lebten, war das der Markt, den wir am besten kannten. Damals gab es noch kein Internet, also folgten wir irgendwie den Bands, die in unserer Stadt spielten, und den Bands, über die man in den Magazinen las. Man hörte nicht so viele amerikanische oder deutsche Bands, es sei denn, sie waren super cool und zu dieser Zeit gab es in Großbritannien einige großartige Musik, also mussten wir uns nicht zu weit umschauen.“ Alles, was ONSLAUGHT hier angepackt haben, ist einmal mehr von absolut hoher Qualität und die Covers den Originalen verdammt würdig. Wie haben es ONSLAUGHT geschafft, über so viele Jahre hinweg resilient, unverwüstlich und vor allem relevant zu bleiben? „Es ist toll, deine Gedanken zu hören, mein Freund, und ich schätze sie sehr. Alles, was wir machen, liegt uns sehr am Herzen, egal ob es unser eigenes Material ist oder ob wir Coverversionen macht. Wir versuchen ständig, uns mit jeder Veröffentlichung weiterzuentwickeln, versuchen, die Messlatte höher zu legen und die Grenzen zu verschieben, um uns auf die nächste Ebene zu bringen. Ich sage immer, dass wir jedes neue Album besser machen müssen als seinen Vorgänger, sonst hat es keinen Sinn, man kann nicht immer wieder das gleiche Album machen.  Ich denke, so werden wir noch immer weiter wachsen und als Band relevant bleiben. Die letzte Frage an den sympathischen Briten ist die, ob er auch Coverversionen von ONSLAUGHT-Songs kennt und wenn ja, welche er davon persönlich gerne mag. „Es gibt eine ganze Reihe von Coverversionen und sogar einige Bands, die sich nach ONSLAUGHT-Songs benannt haben, was natürlich eine große Ehre ist. Ich glaube, mein Lieblingscover war von einer kleinen australischen Band namens AC/DC, vielleicht habt ihr schon von ihnen gehört… sie haben ein Cover von ´Let There Be Rock´ gemacht, hahaha…“

So, Bock auf die Show? Wir definitiv! Kommt rum am Freitag, den 23.10. und gebt euch dieses famose Package mit The Prophecy 23 und Toranaga (UK) als Special Guests!

23.10.2026

Doors: 19 Uhr

Beginn: 20 Uhr

Das Konzert findet bei uns im ArTik statt und wurde verlegt vom Kulturraum, lasst euch daher beim Ticketkauf nicht irritieren.

Tickets bekommt ihr hier: Tickets für ONSLAUGHT/THE PROPHECY 23/TORANAGA UK am 23.10.2026 in Kulturraum Freiburg, Freiburg im Breisgau | Ticket-Shop